Reverse: 1999

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Ich habe Reverse: 1999 nicht als gewöhnliches Handy-Rollenspiel erlebt, das mich nur mit bunten Figuren und kurzen Kämpfen bei Laune halten will. Der Reiz liegt für mich in der ungewöhnlichen Mischung aus Zeitreisegeschichte, rundenbasierten Entscheidungen und einer sehr eigenständigen Atmosphäre. Man reist durch verschiedene Abschnitte des 20. Jahrhunderts, begegnet Figuren mit klaren Persönlichkeiten und muss in den Gefechten genauer planen, als es die elegante Präsentation zunächst vermuten lässt.

Bluepoch Co.,Ltd. hat hier ein Spiel gebaut, das sich besonders an Menschen richtet, die eine starke Erzählung nicht als Unterbrechung des Spiels sehen. Gespräche, Inszenierung und Weltaufbau nehmen viel Raum ein. Wer dagegen hauptsächlich schnelle Kämpfe, sofortige Belohnungen und möglichst wenig Text sucht, wird sich wahrscheinlich öfter bremsen lassen, als ihm lieb ist. Für mich ist genau diese Mischung die größte Stärke und zugleich die wichtigste Hürde.

Mein Grundablauf zwischen Geschichte, Karten und Teamaufbau

Der Einstieg fühlt sich zunächst wie eine interaktive Erzählung an. Ich folge der Handlung, lerne die zentrale Zeitreise-Idee kennen und werde nach und nach in die Kämpfe eingeführt. Die Gefechte laufen rundenbasiert ab, wobei die verfügbaren Aktionen über Karten dargestellt werden. Jede Runde muss ich also nicht nur überlegen, welche Figur angreift, sondern auch, welche Karte jetzt sinnvoll ist und welche ich besser für den nächsten Zug aufhebe.

Das klingt einfach, wird aber schnell interessanter. Karten können sich durch geschickte Auswahl weiterentwickeln, und die Position im eigenen Zugablauf spielt eine Rolle. Zwei schwächere Aktionen können dadurch wertvoller sein als ein einzelner großer Angriff. Ich habe mir deshalb angewöhnt, nicht jede Karte sofort auszuspielen. Manchmal ist eine scheinbar unspektakuläre Runde die bessere Vorbereitung, weil ich danach eine stärkere Kombination nutzen kann.

Mein normaler Ablauf sieht ungefähr so aus: Erst prüfe ich die Gegner und ihre Lebenspunkte, dann schaue ich, welche Karten bereits auf der Hand liegen. Anschließend entscheide ich, ob ich Schaden machen, eine Figur stärken oder eine defensive Fähigkeit einsetzen möchte. Besonders bei schwierigeren Begegnungen hilft es, nicht automatisch die stärkste sichtbare Aktion zu wählen. Ein schwächerer Zug kann die Reihenfolge verbessern und eine bessere Kartenkombination vorbereiten.

Das Spiel belohnt außerdem ein Team, das nicht nur aus möglichst seltenen oder bekannten Figuren besteht. Rollen, Fähigkeiten und Synergien sind wichtiger als bloßes Sammeln. Ich achte daher darauf, welche Figur Unterstützung liefert, wer konstanten Schaden verursacht und wer in längeren Kämpfen die Gruppe stabil hält. Das ist ein nützlicher Unterschied zu vielen mobilen Rollenspielen, bei denen eine höhere Seltenheit oft fast jede andere Überlegung verdrängt.

Die Handlung ist dabei kein dünner Vorwand für die Kämpfe. Die Zeitreise-Idee prägt die Stimmung und sorgt dafür, dass sich die einzelnen Abschnitte nicht wie austauschbare Fantasy-Schauplätze anfühlen. Ich mochte besonders, dass die Figuren nicht nur über ihre Werte funktionieren. Ihre Dialoge, ihre Sprache und ihre Herkunft beeinflussen, wie ich sie wahrnehme. Wer gerne liest und sich auf eine eigenwillige Welt einlässt, bekommt hier deutlich mehr als eine Abfolge von Menüs.

So plane ich eine kurze Alltagssitzung

Für eine kurze Sitzung eignet sich das Spiel besser, wenn ich mir vorher ein klares Ziel setze. Ich starte nicht einfach planlos und springe zwischen allen verfügbaren Menüs hin und her. Stattdessen entscheide ich mich etwa für einen Story-Abschnitt, eine bestimmte Ressourcenaufgabe oder das Verbessern einer Figur. Dadurch verliere ich weniger Zeit in den vielen Untermenüs und habe nach wenigen Minuten das Gefühl, wirklich vorangekommen zu sein.

Ein realistisches Beispiel ist eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich kann einen bereits bekannten Abschnitt nachholen, meine Gruppe für den nächsten Kampf vorbereiten oder eine kürzere Aufgabe erledigen. Für eine neue Geschichte mit vielen Dialogen brauche ich dagegen mehr Ruhe, weil ich ungern wichtige Szenen zwischen zwei Haltestellen überspringe. Das Spiel eignet sich also sowohl für kleine Routinen als auch für längere Abende, aber nicht jede Aktivität passt gleich gut zu jeder verfügbaren Zeit.

Wichtig ist auch, die täglichen Belohnungen und Verbesserungen nicht isoliert zu betrachten. Ich spare Materialien lieber für Figuren, die ich wirklich regelmäßig einsetze, anstatt jeden Neuzugang sofort aufzuwerten. Dieser einfache Filter verhindert, dass sich die Ressourcen früh zerstreuen. Gerade am Anfang kann das den Unterschied machen, wenn eine anspruchsvollere Begegnung plötzlich eine gut entwickelte Kernmannschaft verlangt.

Welche Einstellungen und Gewohnheiten wirklich helfen

Bevor ich mich ernsthaft in die Kampagne vertiefe, prüfe ich die verfügbaren Anzeige-, Audio- und Kampfoptionen. Gerade bei einem Spiel mit vielen Dialogen lohnt es sich, Textdarstellung und Lesetempo so einzustellen, dass ich nicht ständig zurückspringen muss. Die Sprach- und Soundausgabe beeinflusst die Atmosphäre stark, aber ich nutze sie je nach Umgebung unterschiedlich. Mit Kopfhörern wirkt die Inszenierung deutlich intensiver; unterwegs reduziere ich den Ton oft und konzentriere mich auf die Texte.

Ich empfehle außerdem, die Kampfgeschwindigkeit und automatische Abläufe nicht sofort als Standard für alles zu verwenden. Für bereits bekannte, einfache Begegnungen können schnellere Optionen angenehm sein. Bei neuen Gegnern schalte ich lieber auf eine kontrolliertere Darstellung zurück. Sonst übersieht man leicht, warum eine Fähigkeit nicht funktioniert oder weshalb eine Figur plötzlich deutlich mehr Schaden erleidet.

Eine weitere praktische Gewohnheit ist, die Beschreibungen der Fähigkeiten wirklich zu lesen, wenn eine Figur neu ins Team kommt. Nicht jede Stärke zeigt sich in einem hohen Schadenswert. Manche Aktionen werden erst dann interessant, wenn sie mit bestimmten Zuständen, Verstärkungen oder der Kartenreihenfolge zusammenspielen. Ich notiere mir nicht jede Einzelheit, aber ich merke mir, welche Figur vorbereitet, welche ausnutzt und welche den Kampf absichert.

Die Benutzeroberfläche wirkt anfangs stellenweise dicht. Viele Symbole, Ressourcen und Menüs erscheinen nach und nach, und nicht alles ist sofort selbsterklärend. Ich habe deshalb einen Teil der ersten Spielzeit dafür verwendet, die Menüs in Ruhe zu öffnen, statt nur auf die auffälligsten Schaltflächen zu reagieren. Das spart später Zeit, weil ich schneller erkenne, wo Verbesserungen, Aufgaben und Materialien zu finden sind.

Auch die Audioeinstellungen sind nicht bloß Nebensache. Die Musik trägt viel zur melancholischen, manchmal rätselhaften Stimmung bei. Wer häufig ohne Ton spielt, verliert einen Teil der Wirkung. Gleichzeitig kann die Menge an Dialogen unterwegs anstrengend sein, wenn die Konzentration fehlt. Meine Lösung ist, Story-Sitzungen bewusst mit Ton zu spielen und bei kurzen Routineaufgaben eher auf effiziente Kämpfe zu setzen.

Schnellere Muster für Kämpfe und Fortschritt

Mit etwas Erfahrung erkenne ich schneller, wann ich Karten zusammenführen oder sofort verwenden sollte. Mein wichtigstes Muster ist, zuerst den gefährlichsten Gegner zu bewerten und nicht automatisch den Gegner mit den wenigsten Lebenspunkten anzugreifen. Ein Gegner mit einer starken nächsten Aktion kann wichtiger sein als ein schwacher Gegner, den ich ohnehin später ausschalten würde.

Ich versuche außerdem, die Runde nicht nur nach dem aktuellen Schaden zu beurteilen. Eine Karte, die eine Figur vorbereitet oder die nächste Aktion verbessert, kann langfristig mehr bringen. Das gilt besonders dann, wenn mehrere Karten derselben Figur auf der Hand liegen. Wer jede Runde ausschließlich auf unmittelbare Zahlen schaut, verschenkt einen Teil des taktischen Systems.

Ein hilfreicher Ablauf ist, vor dem Bestätigen der Runde kurz alle möglichen Kombinationen zu prüfen. Ich sehe mir an, welche Karten sich durch Zusammenlegen verändern, welche Reihenfolge den größten Vorteil bringt und ob eine defensive Aktion den nächsten gegnerischen Zug entschärft. Dieser kurze Blick dauert kaum länger, verhindert aber viele unnötige Neustarts.

Bei automatisierten Kämpfen bleibe ich vorsichtig. Sie sind angenehm, wenn ich eine bekannte Begegnung wiederhole und mein Team deutlich überlegen ist. Für neue Inhalte verlasse ich mich nicht darauf, weil die automatische Auswahl nicht immer meine langfristige Strategie ersetzt. Besonders bei Gegnern mit besonderen Mechaniken ist manuelles Spielen zuverlässiger. Das ist ein klarer Trade-off: Komfort spart Zeit, aber Kontrolle entscheidet über schwierige Kämpfe.

Beim Teamaufbau hilft mir ein fester Kern. Ich wechsle nicht nach jeder neuen Figur die gesamte Gruppe aus, sondern entwickle zunächst einige verlässliche Mitglieder. Neue Figuren teste ich gezielt in einfacheren Abschnitten. So erkenne ich, ob ihre Fähigkeiten wirklich zu meinem Spielstil passen, ohne wichtige Ressourcen vorschnell in ein Experiment zu stecken.

Auch das Aufwerten sollte nicht nur nach dem ersten Eindruck erfolgen. Eine Figur kann in kurzen Kämpfen unscheinbar wirken und in längeren Begegnungen durch Unterstützung oder Kontrolle glänzen. Umgekehrt kann ein starker Angriff weniger nützlich sein, wenn das Team keine Möglichkeit hat, den Gegner bis dahin unter Kontrolle zu halten. Ich bewerte Figuren deshalb nach ihrer Rolle im gesamten Team und nicht nach einem einzelnen spektakulären Treffer.

Gacha, Ressourcen und die Grenze des kostenlosen Spiels

Als kostenloses Spiel ist Reverse: 1999 leicht zugänglich, aber die langfristige Struktur verlangt Disziplin. Neue Figuren und Materialien erzeugen den üblichen Sammelreiz, und es ist verlockend, jede Gelegenheit sofort zu nutzen. Ich fahre besser damit, meine Ressourcen nicht impulsiv auszugeben. Vor einem Versuch überlege ich, ob die gewünschte Figur meine bestehende Gruppe wirklich ergänzt oder nur kurzfristig interessant wirkt.

Die In-App-Käufe reichen von kleinen Beträgen bis zu deutlich größeren Paketen, wenn über Google Play abgerechnet wird. Das verändert meine Empfehlung nicht grundsätzlich, aber ich würde besonders jüngeren Spielern oder Menschen mit engem Budget raten, ein klares Ausgabenlimit festzulegen. Die Altersfreigabe liegt bei USK ab 12 Jahren; trotzdem sollte die Kaufmöglichkeit innerhalb des Spiels mit Aufmerksamkeit behandelt werden.

Der wichtigste kostenlose Vorteil ist für mich die Möglichkeit, mit Planung statt mit ständigem Ausgeben voranzukommen. Wer seine Kernfiguren sinnvoll entwickelt, Kartenmechaniken versteht und Aufgaben regelmäßig, aber nicht zwanghaft erledigt, kann das Spiel deutlich entspannter erleben. Es bleibt allerdings ein Sammelspiel. Wer den eigenen Spaß stark davon abhängig macht, jede gewünschte Figur sofort zu erhalten, wird sich wahrscheinlich häufiger unter Druck fühlen.

Ich würde daher nicht empfehlen, den Fortschritt allein an neuen Charakteren zu messen. Verbesserungen an bestehenden Figuren, ein besser abgestimmtes Team und ein sicherer Umgang mit Karten bringen oft mehr als ein weiterer Neuzugang auf niedrigem Entwicklungsstand. Das ist einer der Punkte, an denen erfahrene Spieler einen klaren Vorteil haben: Sie investieren gezielter und lassen sich weniger von kurzfristiger Seltenheit lenken.

Was Version, Technik und Umfang im Alltag bedeuten

Die aktuelle Version ist 3.7.0, und das Spiel ist für Geräte ab Android 8.0 vorgesehen. Auf einem passenden Gerät sollte man trotzdem ausreichend freien Speicher und eine stabile Verbindung einplanen, weil ein umfangreiches Rollenspiel mit Sprachausgabe, Szenen und vielen Bildern nicht so unauffällig bleibt wie ein kleines Gelegenheitsspiel. Ich würde den ersten Start nicht in einer Situation beginnen, in der nur wenige Minuten oder eine unsichere Verbindung zur Verfügung stehen.

Die technische Präsentation ist ein wesentlicher Teil des Erlebnisses. Zeichnungen, Animationen und Musik geben den Figuren eine eigene Identität. Gleichzeitig bedeutet die starke Inszenierung, dass das Spiel nicht für jeden Bildschirm oder jede Nutzungssituation gleich angenehm ist. Auf einem größeren Display lassen sich Texte und Details entspannter verfolgen. Wer hauptsächlich auf einem kleinen Gerät spielt, sollte die Darstellung und Lesbarkeit besonders sorgfältig einstellen.

Mit über einer Million Installationen und einer durchschnittlichen Bewertung von 4,2 bei rund 85.000 Bewertungen hat das Spiel bereits eine große mobile Spielerschaft erreicht. Diese Zahlen sagen für mich vor allem, dass das Konzept nicht nur eine kleine Nische anspricht. Sie ersetzen aber keine persönliche Prüfung: Die hohe erzählerische Dichte kann für einen Fan ein Grund zum Bleiben und für einen Action-Spieler ein Grund zum Aufhören sein.

Die Veröffentlichung am 22. Oktober 2023 erklärt auch, warum sich der Umfang nicht wie ein winziger Prolog anfühlt. Wer heute einsteigt, sollte trotzdem nicht erwarten, alles sofort zu verstehen. Die Systeme werden schrittweise erweitert, und manche Zusammenhänge erschließen sich erst durch wiederholtes Spielen. Ich empfinde das als angenehmen Lernprozess, solange man bereit ist, sich Notizen zu machen und nicht jede Funktion beim ersten Auftauchen perfekt beherrschen will.

Wo das Spiel an seine Grenzen kommt

Die größte Einschränkung ist für mich das Tempo der Erzählung. Reverse: 1999 nimmt sich Zeit, um Figuren und Situationen aufzubauen. Das wirkt oft stilvoll, kann aber auch ermüden, wenn ich gerade nur einen kurzen Kampf spielen möchte. Wer ein Rollenspiel mit minimalem Text und sofortiger Action sucht, ist mit einem klassischeren Dungeon-Spiel oder einem schnelleren Auto-Battler wahrscheinlich besser bedient.

Auch die Vielzahl an Menüs und Ressourcen kann anfangs überfordern. Ich musste mir bewusst angewöhnen, nicht jede Aufgabe gleichzeitig verfolgen zu wollen. Ohne diese Ordnung entsteht schnell der Eindruck, ständig etwas zu verpassen. In Wahrheit hilft es, wenige Ziele zu wählen und den Rest später zu prüfen. Das Spiel wird dadurch nicht einfacher, aber deutlich übersichtlicher.

Die Kartenmechanik ist origineller als ein gewöhnliches Auswahlmenü, verlangt aber Aufmerksamkeit. Wer lieber direkt eine Fähigkeit anklickt und immer genau die gewünschte Aktion erhält, könnte die zufällige Zusammenstellung der Karten als störend empfinden. Für mich entsteht daraus ein spannender Entscheidungsraum, doch dieser Reiz funktioniert nur, wenn man bereit ist, mit unvollständigen Optionen zu arbeiten.

Bei der Charakterentwicklung gilt außerdem: Nicht jede neue Figur wird automatisch zu einem sofortigen Gewinn. Ressourcen, Teamrollen und persönliche Vorlieben müssen zusammenpassen. Das kann frustrierend sein, wenn man sich auf einen Neuzugang freut und erst investieren muss, bevor er seine Stärken zeigt. Genau deshalb würde ich das Spiel nicht empfehlen, wenn man ausschließlich nach dem schnellsten Weg zu einem maximal starken Team sucht.

Ein weiterer Punkt ist die emotionale Bindung an die Geschichte. Sie trägt das Spiel, aber sie verlangt auch, dass man sich auf ungewöhnliche Dialoge und eine teilweise rätselhafte Welt einlässt. Wer eine geradlinige Handlung mit klaren Erklärungen bevorzugt, muss gelegentlich Geduld aufbringen. Ich fand das meistens reizvoll, aber nicht jede Szene hat bei mir gleich gut funktioniert.

Für wen sich die Zeitreise lohnt

Ich empfehle das Spiel vor allem Fans von rundenbasierten Rollenspielen, die gerne lesen, Teams sorgfältig zusammenstellen und aus begrenzten Aktionen möglichst viel herausholen. Auch Spieler, die sich für ungewöhnliches Charakterdesign und eine eigenständige historische Atmosphäre interessieren, finden hier etwas, das sich von vielen austauschbaren Fantasy-Produktionen abhebt.

Weniger passend ist es für Menschen, die nur fünf Minuten am Tag ohne Dialoge spielen möchten, keine Lust auf Sammel- und Aufwertungssysteme haben oder jede Entscheidung unmittelbar kontrollieren wollen. Ein klassisches Offline-RPG wäre dann wahrscheinlich die bessere Wahl. Wer hingegen die Geschichte in Ruhe verfolgt und die Kämpfe nicht als lästige Pflicht betrachtet, bekommt eine ungewöhnlich dichte mobile Erfahrung.

Im Vergleich zu typischen Auto-Battlern verlangt Reverse: 1999 mehr aktive Planung. Gegenüber einfachen Karten-Rollenspielen steht die Handlung stärker im Mittelpunkt, während die Kämpfe trotzdem genug Raum für Entscheidungen lassen. Es ist kein Ersatz für ein großes Konsolen-RPG mit völlig freier Erkundung, aber es bietet eine eigene Form von erzählerischem, taktischem Spielen, die auf dem Smartphone gut funktioniert.

Mein persönlicher Rat lautet, die ersten Stunden nicht zu überstürzen. Lies die Fähigkeitsbeschreibungen, probiere Kartenkombinationen in ungefährlichen Kämpfen aus und entwickle zunächst ein kleines, verlässliches Team. Stelle die Kampfgeschwindigkeit nur dort höher, wo du die Begegnung bereits verstanden hast. So fühlt sich der Fortschritt weniger wie tägliche Pflichterfüllung und mehr wie das Erlernen eines Systems an.

Unterm Strich ist Reverse: 1999 ein kostenloses Zeitreise-RPG mit einer klaren künstlerischen Handschrift und einem Kampfsystem, das bei genauerem Hinsehen deutlich mehr bietet als bloßes Tippen auf die stärkste Fähigkeit. Die kostenlose Grundlage macht den Einstieg leicht, während die In-App-Käufe und Sammelmechaniken eine bewusste Grenze zwischen entspanntem und impulsivem Spielen schaffen.

Ich würde es einem Freund empfehlen, der eine ungewöhnliche Geschichte, starke Atmosphäre und taktische Kleinarbeit mag. Ich würde aber ebenso ehrlich sagen, dass Geduld nötig ist: Die vielen Dialoge, Menüs und langfristigen Entwicklungsentscheidungen sind kein Nebeneffekt, sondern der Kern des Erlebnisses. Wer sich darauf einlässt, erhält ein eigenständiges Rollenspiel. Wer nur schnelle Kämpfe sucht, sollte lieber zu einer direkteren Alternative greifen. Für mich überwiegen die Stärken klar, solange man das Spiel als langfristige Reise und nicht als kurze Action-App betrachtet.

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Reverse: 1999

Rollenspiele

4,2

Vorteile
  • Stilvolle
  • handgezeichnete Optik mit vielen atmosphärischen Details
  • Rundenbasierte Kämpfe bieten taktische Entscheidungen statt bloßem Button-Spam
  • Große Auswahl an Figuren mit unterschiedlichen Rollen und Fähigkeiten
  • Regelmäßige Events erweitern die Geschichte um neue Inhalte
  • Vollständige Sprachausgabe in mehreren Sprachen sorgt für mehr Atmosphäre
Nachteile
  • Viele Menüs und Systeme können Einsteiger zunächst überfordern
  • Der Fortschritt wird später deutlich stärker von Ressourcen begrenzt
  • Zufallsbeschwörungen machen bestimmte Figuren nur schwer gezielt erreichbar
  • Einige Kämpfe fühlen sich ohne passende Teamzusammenstellung sehr zäh an
  • Für die umfangreiche Handlung sind gute Englischkenntnisse oft hilfreich

Häufig gestellte Fragen

Was ist Reverse: 1999 und worum geht es in dem Spiel?

Reverse: 1999 ist ein storybasiertes Rollenspiel mit rundenbasierten Kämpfen, einer ungewöhnlichen Zeitreise-Handlung und einer stark inszenierten Welt. Du schlüpfst in die Rolle der Zeitreisenden „Vertin“, die versucht, eine mysteriöse Katastrophe aufzuhalten. Das Spiel verbindet historische Epochen, Fantasy-Elemente und ein umfangreiches Figurenensemble mit vollständig vertonten Dialogen und atmosphärischer Präsentation.

Ist Reverse: 1999 kostenlos spielbar oder gibt es Kosten?

Reverse: 1999 kann grundsätzlich kostenlos heruntergeladen und gespielt werden. Allerdings enthält das Spiel optionale In-App-Käufe, vor allem für die Beschwörung neuer Charaktere, Ressourcen und verschiedene Pakete. Die Kampagne und viele Inhalte lassen sich auch ohne Echtgeld erleben, doch der Fortschritt bei bestimmten Figuren kann ohne Käufe oder regelmäßiges Spielen langsamer sein. Vor dem Download sollten Eltern außerdem die Zahlungsoptionen auf dem Gerät prüfen.

Benötigt Reverse: 1999 eine dauerhafte Internetverbindung?

Ja, für Reverse: 1999 ist normalerweise eine Internetverbindung erforderlich. Das Spiel lädt beim ersten Start zusätzliche Daten herunter und benötigt die Verbindung anschließend für Anmeldung, Synchronisierung, Ereignisse, Beschwörungen und andere Online-Funktionen. Eine stabile WLAN-Verbindung ist besonders bei größeren Updates empfehlenswert. Wer häufig offline spielt oder nur begrenztes mobiles Datenvolumen besitzt, sollte diesen Punkt vor der Installation berücksichtigen.

Wie anspruchsvoll sind die Kämpfe und eignet sich das Spiel für Anfänger?

Die Kämpfe in Reverse: 1999 sind rundenbasiert und zunächst leicht verständlich, bieten später aber deutlich mehr taktische Tiefe. Fähigkeiten werden als Karten eingesetzt, können durch geschicktes Kombinieren verstärkt werden und müssen passend zur Situation gewählt werden. Zusätzlich spielen Rollen, Affinitäten und Gegnermechaniken eine wichtige Rolle. Anfänger werden gut eingeführt, sollten sich später jedoch mit Teamaufbau und Ressourcenplanung beschäftigen.

Auf welchen Geräten läuft Reverse: 1999 und wie viel Speicherplatz wird benötigt?

Reverse: 1999 ist für Android- und iOS-Geräte erhältlich, wobei die tatsächliche Leistung von Betriebssystemversion, Prozessor, Arbeitsspeicher und freiem Speicher abhängt. Da das Spiel hochwertige Grafiken, Sprachausgabe und regelmäßig neue Inhalte bietet, kann der benötigte Speicher nach Updates deutlich wachsen. Auf älteren Smartphones sind längere Ladezeiten, niedrigere Bildraten oder Abstürze möglich. Vor der Installation sollte ausreichend freier Speicher vorhanden sein.